Home/Der WJSC
Der WJSC 2017-05-16T15:21:25+00:00

Der WJSC

Der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC) ist einer von zwei Dachverbänden von Jagdstudentenverbindungen Deutschlands und Österreichs. Er hatte 2006 rund 800 Mitglieder in 13 Mitgliedskorporationen an den Universitäten in Berlin, Leipzig, Tharandt (TU Dresden), Münster, Bochum, Köln, Bonn, Halle, Aachen, Wuppertal, Würzburg, Paderborn und Kiel.

Der WJSC ist Mitglied im Convent Deutscher Korporationsverbände und im Convent Deutscher Akademikerverbände.

Seit etwa 1920 bildeten sich in Deutschland die ersten jagdlich orientierten Studentenverbindungen, die bald den Gedanken zum Zusammenschluss in einem Dachverband fassten. So schlossen sich am 30. Januar 1922 die ersten Jagdverbindungen in Berlin, Halle und Hannover zum „Kartell Akademischer Jagdvereine“ zusammen. Es folgte bald der Beitritt weiterer Jagdverbindungen. Auf dem Kartell-Convent am 26./27. Juli 1924 erfolgte die Umbenennung in „Kartell Akademischer Jagdverbindungen“.

Unter der Schirmherrschaft von Christian Ernst Fürst zu Stolberg-Wernigerode, der von 1924 bis 1927 Präsident des „Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverbandes“ (ADJV, heute Deutscher Jagdschutz-Verband) und Mitglied im Jagdcorps Masovia zu Berlin war, fanden ab 1927 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges die Verbandstagungen in Wernigerode statt. Dies war der Grund für die erfolgte Umbenennung in „Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent“.

Nach dem Krieg war dem WJSC der Tagungsort Wernigerode durch die deutsche Teilung verwehrt. Im Jahre 1955 war der erste Tagungsort Hannover. Danach tagte der WJSC am Standort der jeweils präsidierenden Verbindung. Ab dem Jahr 1963 wurde das Schloss Spangenberg Ort der jährlichen Tagungen, erst ab 1990 war die Rückkehr nach Wernigerode wieder möglich.

Im Jahre 1956 traten neu gegründete Jagdverbindungen, die sich nicht „Jagdcorps“ nannten, dem WJSC bei, der sich daraufhin den heutigen Namen gab.

Im Mittelpunkt des Verbindungslebens stehen sowohl die Pflege des studentischen Brauchtums mit Kneipen und Kommersen, als auch die jagdliche und forstwissenschaftliche Weiterbildung der Studenten. Es werden fachliche Vorträge gehalten, gemeinsam Schießstände besucht, Jagdhornbläsergruppen gebildet sowie gemeinsame Jagden abgehalten. Zur Verbandstagung im Mai treffen sich alle Mitgliedskorporationen alljährlich in Wernigerode/Harz, in diesem Jahr aus besonderem Anlass des 50-jährigen Wiederbegründungsjubiläums.

Im Gegensatz zu nichtjagenden Verbindungen, welche sich Ihre Namen zumeist aus Landes- oder Stammesregionen herleiten (Rhenania, Guestphalia, Bavaria), tragen einige Verbindungen des WJSC Namen, die Themen um die Jagd entliehen sind. Dabei wird auf Bibelfiguren und Jagdschutzpatrone wie Hubertus von Lüttich, Eustachius, Nimrod oder Schriftsteller wie Hermann Löns zurückgegriffen, Beispiele dafür sind: Jagdcorps Hubertia zu Leipzig, Jagdcorps Hubertia zu Halle, Jagdverbindung Hubertia Bonn und Halle zu Bonn, Akademische Jagdverbindung „Hermann Löns“ zu Münster, Akademische Jagdverbindung Hubertia zu Aachen, Akademische Jagdverbindung Hubertia Ruhr zu Bochum, Akademische Jägerschaft St. Eustachius zu Würzburg, Studentische Jagdverbindung Hubertus an der Universität zu Köln oder AJC Nimrod zu Paderborn, aber auch auf lateinische Entsprechungen von Wildtieren, z.B. Forstakademische Jagdcorporation Cervidia zu Tharandt vom lateinischen Cervidae, Familie der Hirsche.

Entgegen konfessionellen Verbänden, wie beispielsweise dem Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV), oder nationalpolitisch ausgerichteten Verbindungen, wie den Burschenschaften, sind Jagdverbindungen dabei konfessionell wie politisch neutral, sowie ungebunden und verpflichten sich den Naturschutz- und Ethikrichtlinien der Jagd in Deutschland, die unter Jägern Waidgerechtigkeit genannt wird. Der WJSC stellt seinen Mitgliedern das Akademische Fechten wie die Mensur frei.